Vorschüler besuchen Gelnhausen

 

 

Am Dienstag, den 27. Juni 2017, brachen wir Vorschüler zu einer abenteuerlichen Reise in die Vergangenheit auf. Unser Reiseziel war die mittelalterliche Stadt Gelnhausen und ganz modern kamen wir mit dem Auto dorthin.

Vor dem historischen Rathaus begrüßte uns unsere Stadtführerin und lud uns ein, das mittelalterliche Leben der Menschen mit allen Sinnen zu „begreifen“. Auf einem Stadtplan entdeckten wir typische Merkmale dieser Zeit; nämlich die Stadtmauer, die Lage an einem Fluss; die dichtgedrängten Häuser, die engen Straßen und den Marktplatz voller Menschen. Wir erfuhren, dass an den Markttagen auch Gewürze verkauft wurden, mit denen wir auch heute unser Essen würzen. Wir schnupperten an Zimtstangen, Vanilleschoten, Pfefferkörnern und Muskatnüssen. Diese Gewürze aus fernen Ländern waren aber sehr teuer, weil es ja noch keine Flugzeuge und Motorschiffe gab.

 Auf unserer Entdeckungstour kamen wir in die berühmteste Straße der Stadt. Zu unserer Verwunderung war diese aber sehr schmal. Wir hätten hier auch gern gewohnt, denn alle Waren, die von den Fuhrwerken herunterfielen, durften die Anwohner behalten. Wir bewunderten die reich verzierten Türen der Häuser und das wunderschöne Eingangsportal der Kirche. Auf dem Kirchplatz spielten wir das alte Kinderspiel „Den Löffel abgeben“. Dabei mussten wir eine Walnuss von einem Löffel zum anderen weiterreichen. Wir waren sehr geschickt, denn die Nuss fiel nicht zu Boden.  Den Ausdruck vom Löffel abgeben, benutzt man auch an anderer Stelle. Liebe Eltern, ihr kennt diesen Spruch bestimmt!

 

Aber auch das Wort „anständig“ stammt aus dem Mittelalter und hatte mit der Kleidung der Leute zu tun. Weil wir Mädchen noch nicht verheiratet sind, durften wir einen Haarreif ausprobieren.

 

 

Inga kam unter die Haube!

 

 

Die Jungs probierten Zipfelmützen an und sahen darin aus wie die „Sieben Zwerge“.

 

Wir staunten nicht schlecht, als wir erfuhren, dass Kinder ab 7 Jahren schon richtig arbeiten mussten. Im Bergbau und auch als Wasserträger schufteten sie schwer.

Dagegen ist das Aufräumen des Kinderzimmers oder den Müll rausbringen ein Kinderspiel.

Ziemlich eklig fanden wir, dass der Müll und der Inhalt des Nachttopfes einfach auf die Straße gekippt wurden.

 

Auf unserer Wanderung kamen wir zu einem Brunnenhaus. Wir stiegen die steilen Stufen hinunter und betrachteten das uralte Wasserbecken, welches von 3 Quellen auch heute noch gespeist wird. Ein schmaler unterirdischer Gang weckte unsere Entdeckerlust. Vorsichtig liefen wir durch jahrhundertealtes Gemäuer.

 

Weil die mittelalterlichen Holzeimer für uns doch etwas zu schwer waren, verteilte unsere Stadtführerin nun Plastikeimer an uns. Vorsichtig liefen wir die vielen Stufen zur Burg nach oben und wollten keinen Tropfen verschütten. Das war gar nicht so leicht, aber wir schafften es doch.

 

Unsere Belohnung war die herrliche Aussicht auf die Stadt. Die Rosen und die Bäume des Stadtgartens genossen unser kühles Gewässer.

Als wir nach unserem Stadtrundgang wieder zum Rathaus zurückkehrten, hatten wir viel gesehen, gehört, gefühlt und gerochen. Jetzt durften wir auch noch schmecken.

 

Unsere Stadtführerin hatte Apfeltee mit Zimt und Knäckebrot vorbereitet.

 

Die Butter für das Brot haben wir selbst gemacht und mussten dafür die Sahne in den Gläsern kräftig schütteln.

 

Auf dem Rückweg zu unseren „Kutschen“ kamen wir an einer Eisdiele vorbei. Und obwohl man im Mittelalter diese Köstlichkeit noch nicht kannte, konnten wir nicht widerstehen.

 

Dieser Tag war sehr erlebnisreich und das Eis war lecker!

Vielen Dank sagen wir Vorschüler unseren „Kutschern“ Eva Freund und Inga Volk.