Unsere Waldtage im Frühling 2015

"Wir gehen in den Wald, ob's warm ist oder kalt, ob's regnet oder schneit, ja heut ist es so weit." Dieses Lied trällerten alle Zwerge und Wichtel zum Abschied und winkten den zurückbleibenden Eltern zu.

Die Vorfreude und Aufregung war deutlich zu spüren und weil sich das Waldlied als echten Ohrwurm entpuppte, sangen wir noch, bis wir den Wald erreichten. Der Aufstieg samt Bollerwagen und Rucksäcke war aber so schwer, dass der Gesang nun erstarb und nur noch das Keuchen der Erzieherinnen zu hören war.

Unser altes Waldsofa vom letzten Herbst war noch ganz gut erhalten und bedurfte nur wenigen Schönheitsreparaturen also saßen wir bald gemütlich beisammen und ließen uns die Brotzeit schmecken. Für eine kleine Weile wurde es wieder still im Wald. Aber nicht sehr lange! Mit neuer Kraft und vielen Ideen eroberten wir unser Waldstück. Die Tipis und die Baumtunnelrutsche waren noch da, hatten aber ziemlich gelitten. Wir schleppten Äste, Zweige und manchen Baumstamm heran, um alles wieder herzurichten und bewohnbar zu machen.

Mit großer Ausdauer und immer neuen Ideen wurde gegraben, gehackt, geschleppt und gebaut. Einige Kinder rührten sich Matschepampe an und kneteten aus Lehm lustige Igel und Mäuse. Andere rollten über den Waldboden, rutschten und rannten den Hang hinab oder ließen sich in Blätterhaufen fallen. Einige Forscher stöberten Spinnen, Käfer, Tausendfüßler und Regenwürmer auf und untersuchten sie sehr interessiert aber auch liebevoll.

Die Zeit bis zum Mittagessen verging rasend schnell. Heute hatte Julius's Papa für uns gekocht und wir stärkten uns mit heißen Würstchen.

Zum Ausruhen und Entspannen legten wir uns auf das warme Laub und schauten hinauf in den Himmel. Die Sonne schien zwischen dem maigrünen Blätterdach der Buchen hindurch und wärmte uns. Der Himmel war strahlend blau. Ein sanfter Wind bewegte die Baumkronen. Konnte es einen schöneren Platz zum Träumen geben? Hier waren wir der Natur ganz nah. Viel zu schnell verging der Tag beim Spielen, Bauen, Toben und Beobachten. Nachdem jeder im Waldsofa von seinen Erlebnissen berichtet hatte, gingen wir erschöpft aber glücklich aus dem Wald heraus.

Auch am zweiten Tag gab es keine Langeweile. Wir suchten uns Baumstämme zum Balancieren und Turnen, sammelten Zapfen so viel wir tragen konnten, klebten sie aus Matsch Baumgesichter, verwandelten uns in Fabelwesen und nutzten die Freiheit des Waldes für fantastische Rollenspiele.

 

An diesen Tag wurde das Mittagessen schon lange herbeigesehnt, denn es sollte Pfannkuchen geben, das Leibgericht vieler Kinder. Tane's Mama hatte schon Stunden davor mit dem Backen der Pfannkuchen begonnen aber von den 150 Küchlein blieb kein einziger übrig. Nach dem guten Essen mussten wir öfter mal das Waldklo aufsuchen. Auf dem Thron fühlten wir uns wie die Könige des Waldes.

An unserem dritten Tag bekamen wir Unterstützung von Schüler der Realschule und Gymnasium, die ihren Boy's day mit uns verbringen wollten. Zwei von diesen Schülern waren ehemalige Zwergenländer und die Erinnerungen an ihre Waldtage waren noch sehr lebendig. Mit ihrer tatkräftigen Unterstützung wurde die Tunnelrutsche perfekt.

 

 

An diesem Tag entstand durch das Mittun vieler Kinder ein kleines Waldmuseum. Alle Exponate waren mit viel Phantasie aus allen möglichen Naturmaterialien geformt und gebaut worden. Unsere kleinen Künstler konnten stolz darauf sein.

Zum Mittagessen brachten uns Laura's Eltern herrlich duftende Pizzabrötchen in den Wald, die wir mit großem Appetit verspeisten. Viel zu schnell vergingen die Tage.

Die Zeit im Wald haben wir mit allen Sinnen erlebt, wir sind wieder ein Stück gewachsen und ebenso unsere Liebe zur Natur. Danke sagen wir Ronald Schmitt, Cordula Stahl und Familie Herkommer für das Mittagessen. Es war köstlich!