Unsere Waldtage im Frühling

Gut gerüstet und mit ausreichend Proviant versorgt machten sich alle Kindergartenkinder des Zwergenlandes auf den Weg in den Wald. Natürlich musste auch der Bollerwagen mit. Darin befanden sich nämlich Wasservorräte, 1. Hilfe Ausrüstung, Schlechtwetterplane, Naturbücher, Lupengläser und unser neues Waldklo. Dieses hatte Papa Fehringer aus Holz extra für unsere Waldtage gebaut. Zwar hatte mancher Schelm schon mal Probe gesessen, aber erst im Wald sollte es seiner Bestimmung übergeben werden. Was für ein Luxus!

Im Wald wurden wir von klopfenden Spechten und zwitschernden Singvögeln empfangen. Auch wir trällerten sogleich unser Waldbegrüßungslied. Der Aufstieg samt Bollerwagen und schweren Rucksäcken brachte uns ganz schön zum Schnaufen, bald hatten wir aber unseren Rastplatz erreicht.

Einige Reste des alten Waldsofas fanden wir noch vor und sogleich machten wir uns daran, es wieder schön her zu richten. Alle schleppten Stämme, Äste und Zweige bis sich der Hunger meldete. So eine Brotzeit auf unserem gemütlichen Sofa, inmitten der Natur, ist wohl ein ganz besonderes Erlebnis für jedes Kind.

Gestärkt konnten wir danach den Wald erobern. Die einen gruben in der Erde, matschten und kneteten mit Lehm, schleppten Äste heran und balancierten über Baumstämme; andere suchten nach Asseln, Spinnen und Schnecken, um sie zu beobachten, spielten verstecken oder rollten den Hang hinab. Jeder machte sich auf seine Weise mit dem Wald vertraut.

Unter einem Baumstamm fanden wir einen Feuersalamander, aus matschigem Lehm modellierten wir kleine Igel, aus Ästen bauten wir eine Tunnelrutsche und die Waldtipis wurden so hergerichtet, dass man gemütlich darin sitzen konnte. Alle Kinder hatten schöne Erlebnisse aber für Fabian war heute ein ganz besonderer Tag: sein 5. Geburtstag! Und dieser wurde waldmäßig gefeiert. Fabian bekam eine Geburtstagsblätterkrone und durfte zwischen den Bäumen sein Geschenk suchen. Als Festschmaus brachte uns Fabian´s Mama leckere Pizzabrötchen in den Wald und wir langten tüchtig zu.

Viel zu schnell verging die Zeit mit Spielen, Bauen , Toben und Beobachten. Nachdem jeder im Sofa noch einmal von seinen Erlebnissen berichtet hatte, zogen wir müde aber glücklich aus dem Wald heraus.

Für den zweiten Waldtag hatten wir so viele Pläne und Ideen, dass uns nie langweilig wurde. Die Tunnelrutsche wurde weiter perfektioniert und feierlich eingeweiht. Einige Tierfreunde beobachteten Käfer und Spinnen und ließen sie ohne Scheu über ihre Hände krabbeln. Alles war aufregend und faszinierend. Diesmal hatte Lenny´s Mama unser Mittagessen gemacht und sicherlich einige Stunden in der Küche zugebracht. Es gab Pfannkuchen, das Leibgericht vieler Kinder. Und so waren über hundert Küchlein im Nu verputzt. Natürlich mussten wir nach dem guten Essen auch unserem Waldklo ab und zu einen Besuch abstatten. Das sprach sich auch unter den Fliegen schnell herum, die unser Plumpsklo sehr liebten und umschwärmten.

An unserem dritten Waldtag bekamen wir Besuch von Förster Hubert Röll. Mit seinem Jagdhorn lud er uns auf eine Entdeckungstour durch den Wald ein. Er erzählte uns vom Eichhörnchen, dem Specht und dem Reh und beantwortete all unsere Fragen. Im Dickicht entdeckten wir ein Rehkitz, welches Huber für uns versteckt hatte, aber auch Geweihe und Knochen. Hubert zeigte uns, wie man aus jungen Lärchenzweigen Armbänder und Kronen fertigen kann und lobte uns sehr, als wir Müll sammelten.

An diesem Tag sorgte Julius Mama für unser Mittagessen. Es gab Würstchen und Brötchen. Wir griffen mit großem Appetit zu.

Viel zu schnell vergingen die Waldtage. Die Zeit in der Natur haben wir als großes Abenteuer erlebt und erinnern uns gerne daran.

Danke möchten wir Waldkinder Förster Hubert Röll, Jana Kranz, Sabrina Fritz und Angelika Schmitt sagen.